Ein Gummy Smile, auch als Zahnfleischlächeln bezeichnet, beschreibt ein Lächeln, bei dem überdurchschnittlich viel Zahnfleisch im Oberkieferbereich sichtbar wird – in der Regel mehr als 3 bis 4 Millimeter. Dieses Erscheinungsbild kann ästhetisch störend wirken und wird von Betroffenen häufig als unausgewogen oder „zu zahnfleischlastig“ empfunden.
Ursächlich für ein Gummy Smile ist meist eine hyperaktive Oberlippenmuskulatur, insbesondere der Musculus levator labii superioris alaeque nasi, der die Oberlippe beim Lächeln übermäßig nach oben zieht. Seltener sind dentale oder knöcherne Gründe wie ein vertikal überentwickelter Oberkiefer oder zu kurze Zähne infolge eines unvollständigen Zahndurchbruchs beteiligt.
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei muskulär bedingtem Gummy Smile hat sich die gezielte Injektion von Botulinumtoxin Typ A (Botox®) als effektive, minimalinvasive Maßnahme etabliert. Dabei wird der überaktive Muskel geschwächt, sodass die Oberlippe beim Lächeln weniger stark angehoben wird. Das Zahnfleisch tritt optisch zurück, das Lächeln wirkt harmonischer. Die Wirkung tritt nach etwa 5 Tagen ein und hält rund 3 bis 6 Monate an. Bei ausgeprägten skelettalen Ursachen kann eine kieferorthopädisch-chirurgische Korrektur indiziert sein. Eine genaue Diagnostik ist essenziell für die Wahl der geeigneten Therapie. Vereinbaren Sie jetzt Ihren individuellen Beratungstermin für eine Gummy Smile Korrektur / Behandlung.
Ein Gummy Smile kann in verschiedenen Formen und Ausprägungen auftreten, je nach anatomischer Ursache und Erscheinungsbild. Die Differenzierung ist wichtig für die Auswahl der passenden Behandlungsmethode.
1. Muskulär bedingter Gummy Smile (hyperaktive Oberlippenmuskulatur)
Die häufigste Form. Beim Lächeln zieht die Oberlippe übermäßig stark nach oben, wodurch zu viel Zahnfleisch sichtbar wird – meist im Bereich der oberen Frontzähne.
Therapie: Botulinumtoxin Typ A (Botox®) zur Entspannung des Hebemuskels.
2. Dentogingivale Form (zu kurze Zähne oder übermäßige Gingiva-Anteile)
Hier erscheinen die Zähne „zu klein“, da sie teilweise vom Zahnfleisch bedeckt sind (z. B. bei verzögertem Zahndurchbruch oder Gingivahyperplasie).
Therapie: Gingivektomie oder Kronenverlängerung.
3. Skelettal bedingter Gummy Smile (vertikale Maxillahyperplasie)
Der Oberkiefer ist im Verhältnis überentwickelt, sodass beim Lächeln eine größere vertikale Fläche freigelegt wird.
Therapie: In schweren Fällen chirurgisch mittels Le-Fort-I-Osteotomie; in leichteren Fällen ggf. unterstützend Botox®.
4. Lippenbedingter Gummy Smile (kurze oder zu bewegliche Oberlippe)
Die Oberlippe ist anatomisch kurz oder hat eine übermäßige Beweglichkeit.
Therapie: Lippenbandplastik, chirurgische Lippenverlängerung oder unterstützend Botox®.
5. Asymmetrisches Gummy Smile
Das Zahnfleisch ist nur einseitig oder ungleichmäßig sichtbar, z. B. durch asymmetrische Muskelaktivität.
Therapie: Botox® gezielt einseitig, ggf. kombiniert mit anderen Maßnahmen.
Jede Ausprägung eines Zahnfleischlächelns erfordert eine individuelle Diagnostik, ggf. auch interdisziplinär (z. B. mit Kieferorthopädie), um funktionell und ästhetisch optimale Ergebnisse zu erzielen. Dr. Lutfi berät Sie als erfahrener Facharzt für die Plastisch Ästhetische Chirurgie.